In Essen sehen wir oft, dass der Baugrund mehr Fragen aufwirft als der erste Blick verrät. Die Stadt liegt auf einer geologischen Mischung aus Karbon, Kreide und vor allem quartären Lockergesteinen des Ruhrtals. In unserer Praxis bedeutet das: Die Korngrößenverteilung variiert hier auf engstem Raum enorm. Eine simple Schätzung der Bodenart reicht nicht, wenn Sie die Tragfähigkeit oder den Wasserandrang in der Baugrube einschätzen müssen. Deswegen setzen wir auf die vollständige Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer. Die Analyse liefert die präzise Kornsummenkurve – von Grobkies bis Feinton. So entscheiden Sie sicher, ob der anstehende Schluff aus dem Essener Norden als Frostschutzschicht unter Bodenplatten taugt oder ob die Sande im Süden für eine Rütteldruckverdichtung geeignet sind.
Die Kornform und der Ungleichförmigkeitsgrad U entscheiden in Essen mehr über die Tragfähigkeit als der bloße Sondierwiderstand.
Leistungsmerkmale in Essen

Typische technische Herausforderungen in Essen
Ein Bauvorhaben am Rande der Essener Innenstadt zeigte uns kürzlich die Risiken einer falschen Bodenklassifikation. Der Auftraggeber plante eine Unterkellerung in einem Bereich, der im Baugrundgutachten pauschal als 'sandiger Kies' eingestuft wurde. Unsere Korngrößenanalyse ergab jedoch einen Feinkornanteil von über 15 Prozent in schluffiger Ausprägung. Das Material war stark frostempfindlich und kaum verdichtbar. Hätte man hier eine offene Wasserhaltung nach Erfahrungswerten dimensioniert, wäre der Verbau mit hoher Wahrscheinlichkeit hydraulisch versagt. Die genaue Kornsummenkurve deckte die Diskrepanz zwischen Bohransprache und tatsächlichem Materialverhalten auf und verhinderte eine kostenintensive Fehlplanung.
Unsere Leistungen
Unser Labor in der Metropole Ruhr bietet ein abgestuftes Programm zur Bestimmung der Kornverteilung. Für Projekte in Essen, vom EFH in Kettwig bis zur Industriehalle in Altenessen, analysieren wir Böden mit dem passenden Verfahren. Unsere Routine umfasst:
Klassische Nass- und Trockensiebung
Standard für Grob- und Mittelkörner über 0,063 mm. Trennung nach DIN 18123, ideal für Sande und Kiese, wie sie am Baldeneysee oder in der Schotterterrasse anstehen.
Aräometer-Analyse nach DIN ISO 11277
Für den bindigen Feinkornanteil. Wir messen die Sedimentation im Wasser-Zylinder und bestimmen Schluff und Ton präzise. Entscheidend für die Konsistenzzahl und das Setzungsverhalten.
Kombinierte Sieb-Schlämm-Analyse
Der Regelfall im Essener Mischboden. Wir trennen den Boden, sieben den Überkornanteil und schlämmen das Feine. Ergebnis: eine lückenlose Kornsummenkurve von 63 mm bis 0,001 mm.
Bodenansprache & Vorab-Klassifikation
Ergänzend zur Laboranalyse führen wir eine detaillierte manuelle Feldansprache nach DIN EN ISO 14688 durch. Wir dokumentieren Geruch, Farbe und organische Beimengungen, die das Korngefüge beeinflussen.
Häufige Fragen
Wann reicht eine reine Siebung und wann brauche ich das Aräometer?
Die reine Siebung endet bei 0,063 mm. Sobald Sie das Material zwischen den Fingern als mehlig oder seifig spüren, ist der Feinkornanteil relevant. Nach DIN 18196 wird die Bodenart erst mit dem Aräometer exakt bestimmt. Für jeden bindigen Boden in Essen, der als Baugrund oder Dichtung dienen soll, ist die kombinierte Analyse Pflicht.
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Schlämmanalyse?
Für die kombinierte Analyse nach DIN-Norm inklusive Auswertung und Diagramm liegen die Kosten im Raum Essen zwischen 100 und 190 Euro. Der genaue Betrag hängt vom Größtkorn und dem Aufwand der Probenvorbereitung ab. Organische oder stark verkittete Proben brauchen mehr Zeit.
Wie tief muss ich für die Entnahme der Probe bohren?
Das hängt vom Bauvorhaben ab. Im Essener Stadtgebiet reicht die Probe oft aus dem Gründungshorizont in 0,8 bis 2,5 Metern Tiefe. Bei Unterkellerungen oder Pfahlgründungen gehen wir tiefer. Wichtig ist, das Material aus einer gestörten Probe aus dem Kern zu entnehmen, nicht aus der verwitterten Oberfläche.