Die Bodenverhältnisse in Essen könnten unterschiedlicher kaum sein. Wer im Süden in Rüttenscheid baut, hat es oft mit den verwitterten Ton- und Schluffsteinen des Oberkarbons zu tun, während man in Karnap oder Altenessen auf mächtige quartäre Sand- und Kiesauffüllungen der Emscherniederung stößt. Dazwischen liegen die Lösslehmdecken des Ruhrhöhenrückens. Um in dieser geologischen Vielfalt sicher zu planen, reicht eine reine Rammkernbohrung manchmal nicht aus. Die Schürfgrube ermöglicht einen ungestörten Einblick in das Bodengefüge und ist ideal, um die Tragfähigkeit des Baugrunds visuell zu beurteilen. Wir kombinieren diesen Aufschluss häufig mit einem CPT-Versuch, wenn die Lagerungsdichte der Sande unterhalb von 3 Metern Tiefe zu ermitteln ist, oder ziehen Schürfgruben in schwer zugänglichen Hanglagen vor.
Eine Schürfgrube ist der ehrlichste Aufschluss: Was man sieht, lässt sich nicht schönrechnen.
Leistungsmerkmale in Essen

Typische technische Herausforderungen in Essen
In Essen sehen wir immer wieder, dass alte Kartenwerke den tatsächlichen Auffüllungshorizont nicht korrekt abbilden. Gerade in den ehemaligen Zechensiedlungen und Industriebrachen, die heute als Bauland dienen, findet man unter einer dünnen Mutterbodenschicht oft Bauschutt, Schlacke oder Bergematerial. Wer hier nur mit einer Kleinrammbohrung sondiert, übersieht leicht die wahre Mächtigkeit der Auffüllung. Eine Schürfgrube deckt diese Heterogenität sofort auf. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Wasserhaltung: In den tonig verwitterten Karbonböden von Stadtwald oder Heisingen kann sich Schichtenwasser aufstauen, das im Schurfprofil erst nach einigen Minuten sichtbar wird. Wird das beim Aushub nicht dokumentiert, läuft man Gefahr, die spätere Baugrubenentwässerung falsch zu dimensionieren.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum rund um die Schürfgrube in Essen umfasst die gesamte Prozesskette von der Erkundung bis zur Laboranalyse:
Baggerschurf und Handschurf
Maschineller oder manueller Aushub unter Beachtung der örtlichen Leitungspläne und Kampfmittelfreiheit. Inklusive Einmessung per DGPS und Einbindung in das amtliche Lage- und Höhensystem.
Probenentnahme und Bodenansprache
Lagenweise Entnahme von gestörten Proben für Klassifikationsversuche sowie ungestörter Ausstechzylinder für Triaxial- oder Kompressionsversuche nach DIN 18137.
Baugrundbeurteilung und Bericht
Erstellung eines geotechnischen Berichts mit Schichtenverzeichnissen, Fotodokumentation und Homogenbereichen gemäß VOB/C. Inklusive erster Empfehlung zu zulässigen Sohlspannungen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Essen?
Die Kosten für eine Schürfgrube in Essen liegen je nach Tiefe, Zugänglichkeit und Probenumfang zwischen €460 und €800. Ein einfacher Baggerschurf mit Bodenansprache und zwei Proben ist günstiger als ein tiefer Schurf mit Verbau, Wasserhaltung und mehreren Ausstechzylindern. Wir erstellen vorab ein verbindliches Angebot.
Bis zu welcher Tiefe kann man in Essen einen Baggerschurf ausführen?
Ohne Verbau gehen wir in den rolligen Böden Essens bis 1,25 m Tiefe, in bindigen Böden bis 1,75 m. Mit einem Grabenverbau nach DIN 4124 erreichen wir Tiefen von über 3 Metern. In den steifen Tonen des Oberkarbons im Süden der Stadt sind geböschte Schürfe von 2,5 m Tiefe ohne Verbau möglich, sofern kein Schichtenwasser zutritt.
Welche Vorteile hat eine Schürfgrube gegenüber einer Bohrung?
Der entscheidende Vorteil ist der ungestörte Einblick in das Bodengefüge. Sie sehen Schichtgrenzen, Kluftsysteme, Verwitterungsgrade und Einlagerungen direkt. In den heterogenen Auffüllungen des Ruhrgebiets erkennen Sie große Blöcke oder Hohlräume, die eine Bohrung glatt durchteufen würde. Zudem lassen sich ungestörte Proben in Ausstechzylindern mit deutlich größerem Durchmesser gewinnen.
Muss ich die Schürfgrube anmelden oder genehmigen lassen?
In Essen ist bei Tiefen über 1,5 m eine Anzeige bei der Unteren Wasserbehörde empfehlenswert, besonders in Wasserschutzzonen. Eine Leitungsabfrage bei den Stadtwerken Essen ist obligatorisch. Bei Verdacht auf Kampfmittel, der in einigen Stadtteilen leider nicht selten vorkommt, muss vorab eine Luftbildauswertung beim Kampfmittelbeseitigungsdienst erfolgen.