Essen liegt nicht auf einem homogenen Untergrund. Die geologische Karte zeigt ein Mosaik aus Karbonsandsteinen, Ruhrkarbon mit seinen tonigen Zwischenlagen und quartären Auffüllungen, die besonders im Essener Norden und entlang alter Industrieachsen bis in Tiefen von über sechs Metern reichen. Wer hier baut, muss mit abrupten Wechseln der Bodentragfähigkeit auf kürzester Distanz rechnen. Genau dafür setzen wir den CPT-Versuch ein. Der elektrische Drucksondierung (CPT) liefert ein quasi-kontinuierliches Tiefenprofil, das selbst dünne Zwischenschichten aus Schluff oder Torf erfasst, die mit einer SPT-Bohrung im gestörten Bohrgut leicht übersehen werden. Gerade in den Hanglagen von Kettwig oder Werden, wo die Verwitterungszone des Sandsteins unregelmäßig einfällt, ergänzen wir den CPT mit einer seismischen Refraktionsmessung, um die Felsoberkante und dynamische Bodenkennwerte flächendeckend zu kartieren. Die Erfahrung zeigt: Ohne ein lückenloses Drucksondierprofil bleibt das Baugrundrisiko in Essen eine Blackbox.
Ein CPT-Profil mit 20 cm Messintervall deckt in Essen oft drei verschiedene Schichten auf, wo ein Bohrkern nur eine zeigt.
Leistungsmerkmale in Essen

Typische technische Herausforderungen in Essen
Die Drucksonde selbst ist ein kompaktes, aber robustes Gerät: Ein hydraulischer Zylinder presst eine Sondierstange mit einer konischen Spitze (Querschnitt 10 cm², Spitzenwinkel 60°) mit konstant 20 mm/s in den Boden. In Essen ist das der kritische Moment. Denn die hier allgegenwärtigen anthropogenen Auffüllungen enthalten oft Betonbrocken, Stahlreste oder Bergematerial, die bei unvorsichtigem Vorschub die Spitze zerstören oder die Stange ablenken. Ein abgerissenes Sondiergestänge in 8 m Tiefe in einem kontaminierten Altstandort in Altenessen ist kein theoretisches Risiko – es ist ein reales Szenario, das wir mit unserer Betriebserfahrung und einer permanenten Neigungsüberwachung der Sonde verhindern. Das größere Risiko für den Bauherrn ist jedoch ein unzureichendes Aufschlussbild. Verlässt man sich in den heterogenen Böden Essens allein auf Rammkernbohrungen, kann eine dünne, hoch kompressible Torfschicht unter einem steifen Ton unentdeckt bleiben – mit der Folge von unerwarteten Setzungen und Bauverzögerungen. Eine Kombination aus CPT-Versuch und punktueller Bohrkernentnahme schließt diese Datenlücke.
Unsere Leistungen
Auf Basis der CPT-Daten erbringen wir folgende Ingenieurleistungen, die direkt auf die Baugrundverhältnisse in Essen abgestimmt sind:
Pfahlbemessung und Gründungsberatung
Direkte Ableitung der Pfahlmantelreibung und des Spitzendrucks für Bohrpfähle und Verdrängungspfähle nach dem ICP-05- und NGI-05-Verfahren. Dies ist die wirtschaftlichste Methode, um Pfahllängen in den heterogenen Ruhrkarbon-Verwitterungsböden zu optimieren.
Setzungsberechnung und Baugrubenbemessung
Bestimmung des Steifemoduls Es aus dem CPT-Spitzendruck für nichtlineare Setzungsberechnungen (z.B. nach Ohde). Unverzichtbar bei flächiger Lastausbreitung auf den mächtigen Auffüllungen im Essener Norden. Inklusive Beurteilung der Verflüssigungsgefahr bei locker gelagerten Sandlinsen.
Häufige Fragen
Wie tief kann ein CPT-Versuch in Essen abgeteuft werden?
Die erreichbare Tiefe hängt vom Baugrund ab. Im Lockergestein und selbst in den verwitterten Tonsteinen des Ruhrkarbons erreichen wir mit unserer 20-Tonnen-Sonde in der Regel Tiefen zwischen 15 und 25 Metern. Bei dicht gelagerten Kiesen oder wenn die Spitze auf einen großen Findling oder eine intakte Sandsteinbank im Karbon trifft, muss der Versuch früher abgebrochen werden, um die Sonde nicht zu beschädigen.
Was kostet ein CPT-Versuch in Essen?
Für einen Standard-CPT bis 20 Meter Tiefe müssen Sie in Essen mit Kosten zwischen €160 und €230 pro Sondierpunkt rechnen, je nach Anzahl der Punkte, der Zugänglichkeit des Geländes und der Tiefe. Die Kosten verstehen sich inklusive An- und Abfahrt, Sondierung, digitaler Datenaufbereitung und einem Kurzbericht mit Bodenklassifikation nach Robertson.
Kann man mit dem CPT die genaue Bodenart bestimmen?
Die Bodenart wird indirekt über das Bodenverhaltens-Diagramm (SBT) nach Robertson klassifiziert, das Spitzendruck und Reibungsverhältnis kombiniert. Diese Methode liefert ein sehr zuverlässiges, quasi-kontinuierliches Schichtprofil. Für eine exakte Kornverteilung oder die Bestimmung von Zustandsgrenzen ist jedoch eine ergänzende Bohrung mit Probenentnahme erforderlich, an der wir dann eine Korngrößenanalyse im Labor durchführen.